Erziehungsverhalten

Von Alexander Lang, (Kommentare: 0)

Warum ist die Erziehung an sich und somit unser professionelles Erziehungs­verhalten im schulischen Kontext Emotionale und soziale Entwicklung von so großer Bedeutung?

Die KMK-Empfehlungen (2000) zu unserer Disziplin formulieren es auf S. 3 wie folgt: "Sonder­pädagogische Förderung soll das Recht der Kinder und Jugendlichen mit Förder­bedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung auf eine ihren individuellen Möglichkeiten entsprechende schulische Bildung verwirklichen helfen. Emotionales Erleben und soziales Handeln beziehen die emotionale und soziale Entwicklung, die Selbst­steuerung sowie das Umgehen-Können mit Störungen des Erlebens und Verhaltens ein. Die sonder­pädagogische Förderung orientiert sich grundsätzlich an den Bildungs­zielen der allgemeinen und beruflichen Schulen. Darüber hinaus hat sie Bildungs- und Erziehungs­aufgaben zu erfüllen, die sich aus den Lebens­wirklichkeiten der Schülerinnen und Schüler mit einer Beeinträchtigung im emotionalen Erleben und sozialen Handeln ergeben (...) Die sonder­pädagogische Förderung ist in erster Linie auf die Weiter­entwicklung der Fähigkeiten zu emotionalem Erleben und sozialem Handeln gerichtet. Dabei unterstützt und begleitet sie diese Kinder und Jugendlichen durch ein breites Angebot spezifischer individueller Hilfen."

Wie könnte ein professionalisierte Erziehungs­verhalten hierzu beitragen? Wie könnte es konkret aussehen?

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Arbeitete ich in der Inklusion, wünschte ich mir...

Von Alexander Lang, (Kommentare: 1)

Mit Lehramtsanwärter*innen (LAA), Studierenden im Praxissemester und Lehrer*innen in Ausbildung (LiA) aber auch mit Schulleiter*innen und Kolleg*innen von Regelschulen tausche ich mich häufig über theoretische, optimale Bedingungen für Gemeinsames Lernen aber auch über die praktische Umsetzung im Alltag aus. Denn jenseits theoretisch beschriebener Umsetzungs­möglichkeiten von inklusiver Beschulung von ES-Schülerinnen und Schülern findet vor Ort vielmehr die Alltags-, bzw. Realitätsvariante dessen statt, was eine mittlerweile beinahe unüberschaubare Anzahl von Publikation zum Schlagwort Inklusion hergibt.

Ich komme gerade von einer ganztägigen Fortbildung in einer großen Realschule in NRW wieder, die mich anfragte, um Antworten und neue Angebote als Reaktion auf die zunehmende Heterogenität ihrer Schüler*innenschaft zu kreieren. Auch in diesem Kontext wurde ich nach meiner ganz persönlichen Idee von Inklusion und inklusiven Unterricht im Bereich ES gefragt im Sinne von „Wie würden Sie es umsetzen, wenn Sie an eine Schule des gemeinsamen Lernens versetzt würden? So ganz praktisch."

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Wie finden und ergeben sich sonder­pädagogische Förderziele für den Prozess der sonderpädagogischen Förderung in ES?

Von Alexander Lang, (Kommentare: 0)

Sonder­pädagogische Lehramts­anwärter*innen aber auch sonderpädagogische Lehrer*innen stehen vor Unterrichts­besuchen, bzw. im Unterrichts­alltag immer wieder vor der Frage, wie sich Förderziele zur sonder­pädagogischen Förderung finden lassen, bzw. wie sich sie ergeben und wie sich der Prozess sonderpädagogischer Förderung an sich systematisieren und theoriegeleitet ausgestalten lässt.

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Nehmen psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen zu, werden Schüler*innen auffälliger?

Von Alexander Lang, (Kommentare: 0)

Diese Frage begleitet mich meine gesamte berufliche Tätigkeit seit den späten 90er Jahren. Damals war ich Kinder­krankenpfleger­auszubildender in Bethel und lernte die Arbeit im Langzeit­pflegebereich für epilepsiekranke Kinder kennen, die häufiger mit psychischen Problemen leben. Als junger Auszubildender fragte ich den Psycholog*innen und Ärzt*innen Löcher in den Bauch und wir diskutierten auch die Frage, ob psychische Störungen insgesamt zunähmen oder nicht. Seit dieser Zeit arbeite ich mit Kindern und Jugendlichen, die häufig an psychischen Störungen erkrankt sind und/oder als verhaltensgestört bezeichnet werden (im schulischen Kontext).

Dass das Vorliegen einer psychischen Störung n i c h t automatisch bedeutet, auch sonder­pädagogischen Unter­stützungs­bedarf im Förder­schwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung zu haben, thematisierte ich bereits an anderer Stelle.

Hier möchte ich der Frage nachgehen, ob die psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen tatsächlich zunehmen. Auch in Lehrer­zimmern ist häufig die Rede davon, das Schüler*innen im Vergleich zu früher immer auffälliger würden. Ist das so?

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Gibt es eine „direkte“ und „indirekte“ sonderpädagogische Förderung?

Von Alexander Lang, (Kommentare: 0)

Kooperative Kompetenzen sind im ES-Bereich häufig Zielgegenstand sonder­pädagogischer Förderung. Es findet sich zu diesen Schlagworten genügend einschlägige Fachliteratur, mittlerweile liegt sogar eine kompetenz­orientierte Matrix für diesen Bereich vor, der (sonder­pädagogischen) Lehrkräften die komplexe Aufgabe abnimmt, sich fachlich zu vergewissern, welche kooperativen Kompetenzen eher als basal zu verorten und welche Kompetenzen einem alters­angemessenen Entwicklungs-, bzw. Kompetenzstand entsprechen (zum Beispiel die Matrix emotionaler und sozialer Kompetenzen).
Üblicherweise können so gut beobachtbare Verhaltens­veränderungen von Schüler*innen in Form von Indikatoren sichtbar und im besten Fall Kompetenz­zuwächse (oder Stagnation/Regression) im Zuge der dialogischen Förderplanung und Evaluation dieses Prozesses verifiziert werden. Diese Veränderungen können Lehrkräfte auf sonder­pädagogische Förderung im Unterricht zurückführen, eine Form "direkter Förderung" kann angenommen werden (wohlwissend, dass es sehr schwierig ist, signifikante Nachweise für eine Evidenz sonder­pädagogischen Förderns nachzuweisen).

Für viele Bereiche (bzw. Förderziele) sonder­pädagogischer Förderung wird diese Art direkter sonder­pädagogischer Förderung angenommen.

Immer wieder weise ich aber in Gesprächen auf die Notwendigkeit hin, sich zu vergewissern, ob der Zielgegenstand der sonder­pädagogischen Förderung fachlich gesehen tatsächlich Gegenstand im Sinne einer o. g. "direkten Förderung" sein kann. Denn für eine nicht geringe Anzahl sonder­pädagogischer Förderziele sehe ich eher ein "indirektes Fördern", denn "direktes Fördern".

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