Social Media als Quelle für Wissen über Psychische Störungen: (k)eine gute Idee?!
von Alexander Lang

Zur Rolle von Social Media
Der gesamte Themenschwerpunkt "Psychische Störungen..." hier auf www.dasistes.info soll als Ergänzung der Buchveröffentlichung "Souverän umgehen mit Psychischen Störungen. Förderziel psychische Gesundheit" und Unterstützung, bzw. Orientierung dienen, sich rasch einen fachlich korrekten Überblick in Bezug auf Psychische Störungen verschaffen zu können, um betroffene Kinder und Jugendliche und deren Familien und dem nahen Umfeld Orientierung geben zu können.
Die recherchierten Informationen lassen leider erkennen, dass die Quelle Social Media im Kontext Psychische Störung viel zu häufig nicht als verlässlich angesehen werden kann! Ungefähr die Hälfte der Informationen, die zu Psychischen Störungen oder z. B. über das Themengebiet Neuroatypisch-sein (wie z. B. Autismus-Spektrum-Störung oder ADHS), erweisen sich in verschiedenen aktuellen Untersuchungen als falsch!
Aber vermutlich finden genau dort, in Social-Media-Kanälen, ältere Kinder, Jugendliche, deren soziales Umfeld, ihre Familienangehörigen aber auch Lehrkräfte häufig Erstinformationen, auf die sich wahrscheinlich verlassen wird und die sachliche Korrektheit im Einzelfall schwer zu überprüfen ist, wenn keine Fachliteratur oder fachlich verlässliche Quellen zugänglich oder bekannt sind. Auf Instagram, TikTok, Snapchat und den vielen anderen Social-Media-Kanälen werden Informationen u. a. auch von Kindern und Jugendlichen vertraut vorkommenden Influencern vermittelt, deren Aussagen so nochmal mehr Glauben geschenkt wird. Ich gehe - wie oben vermutet - stark davon aus, dass auch Lehrkräfte sich in Social Media informieren und im Einzelfall keine weiteren Informationsquellen hinzuziehen aber die Ergebnisse zur fachlichen Korrektheit von Social-Media-Kanälen in Bezug auf Psychische Störungen werden Sie überraschen: [1]
Welche fehlerhaften Informationen oder problematischen Sachverhalte vermitteln die untersuchten Social-Media-Kanäle?

Übersicht: Ausgewählte unkorrekte Aussagen oder Informationen zu Psychischen Störungen oder Neuroatypizität auf Social-Media-Kanälen
Ich finde, das Lehrkräfte unbedingt - als täglich verfügbare Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner - in der Lage sein müssen, aktuelle fachlich korrekte Erkenntnisse systematisch als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren an die (betroffenen) Schülerinnen selbst und ihre Familienangehörigen weiterzugeben und, wie in meinem Buch dann ausgeführt wird, auch auf der Ebene Psychoedukation individuell bedeutsames und fachlich korrektes und aktuelles Wissen kommunizieren können!
Fußnoten
[1] Karasavva et al. 2025 und Leveille 2024
[2] Karasavva et al. 2025 und Yeung et al. 2022
[3] Rutter et al. 2023
[4] Meppelink et al. 2022
[5] vgl. Karasavva et al. 2025, S. 15
[6] vgl. Aragon-Guevera et al. 2023, S. 1ff.
Literatur
⇒ zum Literaturverzeichnis des Themenschwerpunkts "Psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen" mit und ohne ES
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Themenschwerpunkt "Psychische Störungen von Kindern und Jugendlichen" mit und ohne ES
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