In der Sonderpädagogik nimmt bis heute der Bereich „Diagnostische Kompetenz“ eine Stellung von herausragender Bedeutung ein. Vera Moser beschreibt Diagnostische Kompetenz sogar als sonderpädagogisches Professionsmerkmal (Moser 2005, S. 29).
Zur Zeit meiner Ausbildung Anfang der 2000er (Studium in Köln, Referendariat in Hamburg) wurden mir gar keine expliziten Handlungsanweisungen an die Hand gegeben, um „sonderpädagogische Diagnostik“ zu betreiben. Im Studium gab es zwar Seminare zu Diagnostik, die sich allerdings auf psychologische Tests oder Screeningverfahren beschränkten und den Fokus sehr weit stellten und weniger auf die situations-, kontext- und fachspezifischen Lernvoraussetzungen für eine sonderpädagogische Unterrichtsplanung abzielten.
Ich spreche und schreibe häufig von "ES" und meine damit die Namensgebung der sonderpädagogischen Fachrichtung Emotionale und soziale Entwicklung. Wie selbstverständlich wird diese Begrifflichkeit im heutigen Schulalltag und fachlichen Diskurs deutschlandweit benutzt. Vor nicht einmal 30 Jahren sah dies noch ganz anders aus: In Köln studierte ich "Erziehungsschwierigenpädagogik", um danach in Hamburg in "Verhaltensgestörtenpädagogik" ausgebildet zu werden.
Es erfolgt in der Planung eine Akzentuierung der Fachlichkeit in der Variante "methodische Immanenz" zum Thema Sprachbewusstheit entwickeln in Partnerarbeit.
Eine mir aus meiner eigenen ES Alltags-Unterrichtspraxis vertraute Variante sonderpädagogischer Unterrichtsplanung ist, dass das Förderziel zum Fachziel wird. Sowohl im Sek I-Bereich als auch in der Primarstufe führte ich verschiedene Trainingsprogramme, z. B. Fit for Life oder Lubo aus dem All, durch.
Im Gegensatz dazu sehe ich als ES Fachleitung so gut wie nie Unterrichtsstunden, die auf Trainingsprogrammen zur Prävention vor allem im Bereich Sozialverhalten, Umgang mit aggressivem Verhalten, Verbesserung der Emotionsregulation oder allgemein den Erwerb sozialer und emotionaler Kompetenzen abzielen.
Woran liegt das? Und wie ist ein solches Trainingsprogramm aufgebaut? Wie sehen Fachziele aus, wenn (überfachliche) Förderziele zu Fachzielen werden?
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