Der Kinder- und Jugendpsychiater Resch findet zur Thematik „Normalität“ folgende Worte: „Gerade bei Kindern und Jugendlichen erscheint es unter Entwicklungsgesichtspunkten zu kurz gegriffen, psychische Normalität nach gruppenstatistischen Gesetzen bestimmen zu wollen. Eine statistische Norm setzt die Häufigkeit eines Verhaltens und Normalität gleich (…). In der typischen Glockenkurve geht der, dem arithmetischen Mittel naheliegende, Normalbereich fließend in die abnormen Extreme über. Demgegenüber können gesellschaftlich bestimmte Idealnormen für Verhaltensweisen Wertnormen bilden und so, als von einem sozialen Kollektiv gesetzte Regeln, erwünschtes Verhalten als normal definieren (...).
Zur Normalität des Blickes auf frühe Kindheit, Kindheit und Jugend gehören schon immer Abweichungen von vermeintlichen Normen: Säuglinge werden „zu früh“ oder „zu spät“ geboren, trinken „zu viel“ oder „zu wenig“ Pre-Nahrung, sind „zu still“ oder „zu unruhig“ und drehen sich zu „zu früh“ oder „zu spät“ eigenständig auf die Seite, ziehen sich „zu früh“ oder „zu spät“ am Mobiliar hoch, beginnen mit dem Laufen „zu früh“ oder „zu spät“, starten „zu früh“ oder „zu spät“ das Sprechen, benutzen „zu wenig“ Wörter im zweiten Lebensjahr, zeigen „Auffälligkeiten“ in „der Entwicklung“, sind „zu häufig“ krank und „zu schwierig“ zu erziehen. In der Kindertagesstätte sind sie „zu ruhig“ oder „zu wild“, bei der Einschulung „zu unreif“ „und und und“.
Im Zuge meines aktuellen Buchprojekts ist meine Neugierde beinahe ins Unermessliche angewachsen und ich vermochte es nicht, meinen Recherchetrieb besser zu kontrollieren; so sind zahlreiche Beiträge entstanden, die mein Buch thematisch in Form eines umfangreichen Schwerpunkts begleiten aber auch unabhängig von der Buchveröffentlichung spannende Fakten (für Zahlen- und Tabellennerds) und vertiefendes Hintergrundwissen rund um Psychische Störungen von Kindern und Jugendlichen bereit halten. Hier klicken und man findet eine Übersicht aller Beiträge, die nach und nach freigeschaltet werden.
Der Blog hier wird von mir schmerzlich vernachlässigt: zunächst war da mein erstes Buchprojekt im Persen Verlag ("Souverän unterrichten bei schwierigem Verhalten", 2024), anschließend bekam ich die unfassbar tolle Gelegenheit, mit zwei Beiträgen an einem wissenschaftlichen Band zur Didaktik dualen Unterrichts beitragen zu dürfen (siehe vorherigen Blogeintrag). Und zudem unterschrieb ich einen weiteren Autorenvertrag im Persen Verlag für ein weiteres sonderpädagogisches Fachbuch zu ES.
Es kommt Eins zum Anderen und ich habe das große Vergnügen, von den Herausgebern Dr. Johannes Jöhnck und Dr. Simon Baumann die Gelegenheit bekommen zu haben, in ihrem sonderpädagogischem Band "Didaktik dualen Unterrichts. Entwicklungsförderung und Fachunterricht verknüpfen" (Kohlhammer) mit zwei Beiträgen vertreten zu sein.
Voraussichtliches Erscheinungsdatum: Dezember 2025!
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