Gedanken zum Verhältnis von (Sonder-)Pädagogik, Schule, Unterricht und schulischem Wohlbefinden zu Psychischen Störungen
von Alexander Lang

Psychische Störungen können als ein weitverbreitetes Phänomen im Kindes- und Jugendalter verstanden werden und somit als Alltagsrealität von Schülerinnen und Schülern, ihren Familien und den sie unterrichtenden Lehrkräften angesehen werden. Schulen sind zentrale Orte mit spezifischen Herausforderungen für Kinder und Jugendliche mit Psychischen Störungen (und sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf in ES), aus denen sich hieraus resultierende besonders herausfordernde Situationen ergeben: ein komplexes Amalgam [1] aus Verhaltensstörungen und Symptomatiken Psychischer Störungen und häufig nicht passenden erzieherischen Reaktionen im Elternhaus oder in der Schule: „Wenn Kinder und Jugendliche betroffen sind, zeigt sich dies vor allem auch in der Schule als zentralem Begegnungsort junger Menschen. Lehrkräfte beobachten hier unter anderem Verhaltensauffälligkeiten, Konzentrations- und Motivationsprobleme oder Niedergeschlagenheit bis hin zu Schulabsentismus. Die Ursachen sind vielfältig und oft multikausal. Schule kann dabei ebenso Teil des Problems wie auch Teil der Lösung sein – Kinder und Jugendliche können dort Wertschätzung und Selbstwirksamkeit erfahren, sind aber auch einem hohen Leistungsdruck ausgesetzt oder erleben Mobbing. Die psychische Gesundheit junger Menschen kann signifikante Auswirkungen auf Bildungsteilhabe und -erfolg haben“. [2]


Übersicht: Herausforderungen im System Schule für von Psychischen Störungen betroffene Schülerinnen und Schüler
„Da sich psychische Auffälligkeiten bei Schulkindern also negativ auf die psycho-soziale Funktionsfähigkeit auswirken und weitreichende negative Folgen haben können, ist eine frühe Erkennung und Behandlung von psychischen Auffälligkeiten bei Kindern besonders wichtig. Die Schule kann bei der Prävention, der Früherkennung und der frühen Intervention eine Schlüsselrolle spielen. Kinder sind sich oft selbst nicht bewusst, dass sie Hilfe benötigen. Sie wissen meist nicht, welche Möglichkeiten es für sie gibt, um Unterstützung zu erhalten. Daher benötigen sie Personen die ihre Hilfebedürftigkeit erkennen.“ [13]
Fußnoten
[1] vgl. Lang 2024, S. 76 und S. 85
[2] vgl. UNESCO-Kommission 2024, S. 7
[3] der Monitor Bildung und Psychische Gesundheit ist ein Kooperationsprojekt der Universität Leipzig, der Hochschule Hannover, der Robert Bosch Stiftung und des Bosch Health Campus. Im Zentrum steht der Aufbau eines bundesweiten Monitors, der die psychosoziale Versorgung von Kindern und Jugendlichen in ambulanten psycho- therapeutischen Versorgungsstrukturen sowie an Bildungseinrichtungen im Längsschnitt abbildet, vgl. Schmitz 2024, S. 19/20 und vgl. Bauch et al. 2024, S. 2ff.
[4] vgl. Hartmann et al. 2023, S. 1 u. S. 7
[5] vgl. Hartmann et al. 2023, S. 3/4 und vgl. Lang 2024, S. 93
[6] vgl. Hartmann et al. 2023, S. 5/6 und vgl. Seifried 2024, S. 12
[7] vgl. ebd., S. 7-9
[8] vgl. Baumann 2024, S. 10 (Deutsches Schulbarometer)
[9] vgl. ebd., S. 10
[10] vgl. ebd., S. 11
[11] vgl. ebd., S. 12
[12] vgl. ebd., S. 13
[13] Hartmann et al. 2023, S. 8
Literatur
⇒ zum Literaturverzeichnis des Themenschwerpunkts "Psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen" mit und ohne ES
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Themenschwerpunkt "Psychische Störungen von Kindern und Jugendlichen" mit und ohne ES
Dieser Text ist lizensiert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Bei Nutzung, auch von Auszügen, ist eine Autorennennung mit Quellenangabe nötig. www.dasistes.info, Alexander Lang 2026
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